|
Die Ursprünge des heutigen Betriebes reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Matthias Jungblut richtete im Jahre 1867 in der Nagelstraße eine Gaststube ein. Dort war auch eine Postagentur untergebracht. Dessen unterhaltsame Wirtstochter Angela heiratete im Dreikaiserjahr 1888 Matthias Lang. Das Wirtshaus mit Gaststube und Kirmessaal über dem Stall und Scheunenteil war schon damals beliebter Treffpunkt. Von Matthias Jungblut wusste man, dass er manch unterhaltsame Geschichte erzählen konnte, die nicht immer unbedingt der Wahrheit entsprach, dafür aber umsomehr zur Unterhaltung beitrug.
Schon damals galt der Hochwald als ertragreiches Jagdgebiet und die Jagdherren reisten mit Kutschen an, um ab dem Jahre 1892 im neu erbauten heutigen Haus in der Hochwaldstraße zu nächtigen. Die sogenannten „Sommerfrischler“ waren somit die ersten „Urlauber“ im Hochwald. Die Postfiliale zog ebenfalls mit um in das neue Gebäude. Mit dem Neubau in der Nähe des Bahnhofs setze der damalige Wirt Matthias Lang auf das richtige Pferd: er baute ebenfalls einen Fremdenstall an, in dem die Bauern aus dem Saargebiet tagsüber ihre Pferde unterstellen konnten, bevor sie mit dem Sechsuhrzug nach Trier fuhren.
In den 20iger Jahren baute er ein Sägewerk unmittelbar neben das Gasthaus, das heutige Sägewerk „Franz Lang und Sohn“. Der zweitälteste Sohn von Matthias Lang, Peter, erhielt in jungen Jahren eine Ausbildung zum Hotelfachmann im fernen London und übernahm anschließend die elterliche Gastronomie. Dessen Tochter Maria war als Postagentin eingestellt. Zu ihren Aufgaben gehörte das Herstellen von Telefonverbindungen, damals wurde noch von Hand gestöpselt.
 So lernte sie über den Draht ihren Postkollegen August Krämer aus dem Hunsrück kennen. Er heiratete im Jahre 1926 Maria Lang und wurde zum Posthalter von Kell bestellt. Als er im Jahre 1959 aus Altersgründen aus dem Postdienst ausschied, übernahm dessen Sohn Herbert in vierter Generation das Amt des Posthalters. Zusammen mit seiner Frau Irmgard und seiner Schwester Margot führte er neben der Poststelle das Haus bis 1991 und erweiterte es ständig. Im Jahre 1991 stieg Sohn Michael in das Geschäft ein und übernahm 1994 die Leitung des Betriebes. Der ausgebildete Küchenmeister erweiterte seitdem insbesondere die Kapazitäten der Küche und baute einen leistungsfähigen Partyservice auf. Schwester Andrea half bis vor einigen Jahren stets im Betrieb mit, bevor sie als „Kellnerin unter den Wolken“ zur Lufthansa wechselte. Im Jahre 2005 erfolgte mit dem Umbau der kompletten unteren Etage die wohl größte Veränderung in der Post:
Innerhalb von nur 5 Wochen machte die in die Jahre gekommene, altbekannte Einrichtung Platz für „eine neue Post". Die Gäste können seitdem zuschauen, wie bei Aktionsbuffets live vor den Augen der Gäste gekocht wird. Helle, freundliche Räume bieten Platz für kleine und große Gesellschaften, eine Terrasse direkt am Ruwer - Radweg lädt am Wochenende zum Verweilen ein. In relativ kurzer Zeit etablierten sich Veranstaltungen „live aus der Postküche" im Veranstaltungskalender, wie z.B. das Langschläferfrühstück am letzten Sonntag des Monats, die Mittwochsaktionen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Die Woche teilen mit Freunden" und viele andere Klassiker mit musikalischer Unterstützung. Mit Antje Bieberstein steht dem Haus und natürlich den Gästen ebenfalls seit 2005 eine kompetente Fachfrau mit Rat und Tat zur Seite. Sie leitet den Service und betreut zusammen mit über 10 freundlichen jungen Mitarbeiterinnen die Gäste. In kürzester Zeit zählte auch sie zum Inventar der Post.
Im Winter 2009 erhielten die Gästezimmer eine Verjüngungskur: helle, freundliche Farben erwarten den Gast nun, wie auch im Restaurant, auf der 1. Etage.
Und auch für die Zukunft ist die Postfamilie gerüstet: Mit Sohn Matthis erweiterte sich im Sommer 2008 die muntere Bande um Susanne, Paul & Michael.
Dass die „Post - Senioren" Irmgard, Margot & Herbert Krämer immer noch tatkräftig die junge Mannschaft unterstützen, ist wohl Ehrensache.....
|